Self Selling Robots

Angesichts der immer beeindruckenderen Demos von angeblichen Fähigkeiten humanoider Roboter, hier meine Idee zur endgültigen Einschätzung.

Diese Demos kann man einer oder mehreren Kategorien zuordnen:

  • beschleunigtes Video -> schnelles Arbeiten wird vorgetäuscht.
  • „cherry picked“ -> 100 Versuche, der Eine, der funktioniert hat, wird gezeigt.
  • ferngesteuert -> Mensch steht mit Fernbedienung und VR-Brille außerhalb des Sichtbereiches der Kamera.
  • vorprogrammierter Ablauf -> Meist beeindruckend, aber keine weiteren Fähigkeiten vorhanden.
  • komplettes KI-generiertes Video -> Science Fiction.

Spezialisten sagen, dass wir noch einige Jahre von universell im Haushalt einsetzbaren Humanoiden entfernt sind.

Wer das teils spaßige Versagen der Bots ansehen mag: Einfach mal auf Youtube anschauen (Suchbegriff enthält 2026. Sollte man immer auf das aktuelle Jahr setzen, damit man wirklich den aktuellen Stand der Technik bewundern kann).

Wann ist es denn nun soweit, dass ich einen Bot kaufen kann, der wirklich Haus und Garten pflegt und sauber hält und mir wirklich Arbeit abnimmt ?

Eine sicher funktionierende Vertriebsmethode für einen universell funktionierenden Bot stelle ich mir vor, wie auf dem Titelbild dieses Beitrags dargestellt:

Ich stelle die in großen Mengen her. Bisherige Angebote haben schon zu massiven Enttäuschungen bei den „early adopters“ geführt. Einfache Werbemaßnahmen für eine Online-Bestellung zeigen nicht genügend Erfolg.

Also packe ich so viele Bots wie möglich auf einen LKW und fahre in ein Stadtviertel mit vielen Villen und Einfamilienhäusern. Dort lasse ich die Bots ausschwärmen, an jeder Haustür klingeln und einen kostenlosen Arbeitstag anbieten. Am nächsten Tag hole ich die Bots ab, die dann doch niemand kaufen oder mieten wollte.

Der Lackmus-Test für die „readiness“ humanoider Roboter ist dann sehr einfach:

Sobald es an meiner Tür klingelt und ein Bot einen Test seiner Fähigkeiten über einen kostenlosen Zeitraum anbietet, bin ich dabei (nur noch ein erschreckendes Design oder Designerkleidung sprächen dann dagegen – Handwerker-Outfit ist willkommen).

Vorher eher nicht.

Humanoide in Fabriken scheinen mir fehl am Platz. Wenn die bei deutschen Autobauern Fortschritt symbolisieren, indem sie Kisten oder Teile von A nach B bewegen, dürfte das langfristig wenig rentabel sein. Wirklich fortschrittlich sind „lights out“ Fabriken, ohne Menschen, in denen alles – auch die Roboter – an den vollautomatischen Produktionsablauf angepasst ist.

Noch ein Satz zur Designerkleidung:

Wenn die Bots in Videos besonders gekleidet, besonders hübsch oder gar besonders sexy sind, ist immer Vorsicht geboten. Dann geht es mehr um Aussehen als um Leistung.

Das alles bedeutet nicht, dass ich technikfeindlich bin. Sobald es einen universellen Haushaltsbot gibt, der wirklich hilfreich ist, bin ich interessiert.

Die aktuelle Flut an Videos, die Fähigkeiten vorgaukeln, hat mich aber zum Schreiben dieses Beitrags geführt.

Aktuell ist für Herbst 2026 ein Haushaltsrobot von Weave angekündigt.

Neben dem leicht beängstigendem „Gottesanbeterin“-Design, ist da von „Fernsteuerung bei Bedarf“ zu lesen. Da kauft oder mietet man sich dann den Spion im eigenen Haus. Im schlimmsten Fall sitzt da ein korruptionsanfälliger Billigarbeiter am Bildschirm und hat meinen Haushalt durch Augen und Ohren im Griff. Der könnte dann auch die Schmuckschublade ausräumen und den Inhalt aus dem Fenster werfen unter dem der Räuber sitzt, der dem Fernsteuerer einen Anteil am Hehlergut versprochen hat.