Einzelhandels-Zombies

Am Wochenende wurden wieder meine schlimmsten Befürchtungen bzgl. des Einzelhandels bestätigt: Im Laden sitzen und auf Kundschaft warten ist kein gutes Rezept gegen die bereits Wirklichkeit gewordene Bedrohung durch das Internet (namentlich Amazon).

Festklammern (das haben wir schon immer so gemacht) an „alte Gebräuche“ hilft auch nicht weiter. Im Mode-Einzelhandel glaubt man scheinbar immer noch an die vier Jahreszeiten. Das jemand im Winter in die Sonne flüchtet (ganz abgesehen vom außerhalb des Ladens immer mehr sichtbaren Klimawandel, der diese Jahreszeiten ganz schön durcheinander wirbelt) ist einfach noch nicht angekommen. Da irrt man dann verzweifelt durch die Gänge auf der Suche nach einer Badehose für den anstehenden Urlaub. Nach einem insgesamt mehr als vierstündigem Ausflug in die Welt der Zombie-Unternehmen (schon tot, aber irgendwie bewegen sie sich noch) geht es dann wieder in die digitale Welt des Überflusses (wieder namentlich Amazon) in der es auch im Dezember reichlich Auswahl an Badehosen gibt.

Und wenn der erste Buchhändler mich beim Einkauf nach meiner E-Mail-Adresse fragt und mir später vorschlägt „Sie haben dieses Buch gekauft, dazu passend empfehle ich Ihnen diese Neuerscheinung“ gewinne ich wieder meinen verlorenen Glauben an den Einzelhandel zurück.


Alexa, es wird besser

Reden wir mal über das Thema „home automation“. In der Vergangenheit etwas, das schlicht und einfach zu teuer war. Nur absolute Enthusiasten und Vermögende mit Automatisierungsdrang haben in die sicher beinhalteten Bequemlichkeiten investiert. Dass es keinen einheitlichen Standard gibt, hat so manchen davon abgehalten, der es gewagt hat, sich an das durchaus komplexe Thema heranzuwagen. Im Sinne des ewigen Kampfes „Sicherheit versus Bequemlichkeit“ vermute ich mal, dass die fast immer vorhandene Anbindung an irgendeine Cloud nicht wirklich eine Bremse darstellte.

Aber nun fängt das Ganze an, erschwinglich zu werden.

 

Es begann mit einem Bericht in der etablierten Computerzeitung „c’t“. Dort wurde über eine WLAN-Steckdose berichtet, die „Alexa-fähig“ ist und beim Baumarkt um die Ecke für lächerliche 9,95 € erhältlich sein sollte. Es wurde sogar beschrieben, wie man das Gerät umprogrammiert und die Cloudabhängigkeit sauber „wegoperiert“.

Also am Wochenende nichts wie hin und sofort ein Probeexemplar gekauft. Mir war klar, dass eine größere Operation nicht in meinem Sinne war. Es sollte im ersten Schritt erst einmal beweisen, dass es einfach funktioniert.

Das tat und tut es tatsächlich.

Nach einer kurzen Kabelorgie, Download einer App und einem erst zögerlichen „Alexa, Fernseher einschalten“ hörte man ein leises „Klack“ und der Fernseher erwachte zum Leben. Und das viel schneller als ich erwartet hatte. Auch die gegensätzliche Funktion „Alexa, Fernseher ausschalten“ gelang auf Anhieb.

Mittlerweile haben wir uns einfach an diese Bequemlichkeit gewöhnt und ich freue mich nebenher, dass das Thema „Standby Stromverbrauch“ elegant gelöst ist. „Alexa, Fernseher ausschalten“ entspricht „Alexa, Strom sparen“.

Nach diesen positiven Erfahrungen ist natürlich der Automatisierungsgeist aus der Flasche entsprungen.

In irgendeinem Blogbeitrag wurde letzte Woche Shelly beschrieben. Deren Produkt „Shelly 1“ hört sich viel versprechend an. Wiederum für unter 10 Euro erhält man ein kleines Gerät, dass in eine Lampe oder einen Schalter eingebaut werden kann. Dieses wird via WLAN gesteuert und somit ebenfalls „Alexa-fähig“. Als Bonus kann das Gerät so verdrahtet werden, dass die vorhandenen Schalter weiter genutzt werden können. Genau so soll es sein. Der WAF (womens acceptance factor) darf ja nicht vergessen werden. Leicht automatisierungsfeindliche oder -ängstliche  Mitbewohner dürfen ja nicht vergrault werden.

Leider war die erste Produktionscharge schon ausverkauft. Meinen Bedarf habe ich aber natürlich schon kundgetan. „Alexa, es kommt weitere Arbeit auf Dich zu“.

Es gibt noch Hoffnung

Im Laufe der Jahre haben sich bei mir dank der immer besser werdenden Smartphone Kameras tausende von Fotos angesammelt. Aufgrund der schieren Masse habe ich es eigentlich nie richtig begonnen, Ordnung in diese teilweise sehr schönen Erinnerungen zu bringen.

Angesichts der nach und nach sichtbar werdenden Fortschritte bei der intelligenten Bilderkennung und -bearbeitung dachte ich dann irgendwann, dass ich das Thema einfach aussitzen und dem Fortschritt Raum geben müsse. Und tatsächlich werden so langsam Ergebnisse sichtbar. Letzte Woche passierten zwei Dinge, die mir Hoffnung für meine Preziosen geben:

1. Ich weiß nicht, ob sie dies schon länger tut. Aber es ist mir just erst aufgefallen. Möchte man ein etwas schief geratenes Bild in der Foto App „geraderücken“,
macht die App, scheinbar anhand zu detektierender gerade Linien im Bild, selbsttätig einen funktionierenden Vorschlag.

2. In der Google Fotos App pickt ein Assistent Bilder heraus. Er erstellt daraus Animationen, Videos und führt selbständig Verbesserungen mt diversen Filtern und Farbkorrekturen durch.
In den beiden ersten Fällen (Videos und Animationen) sind die Ergebnisse (noch) nicht besonders beeindruckend. Bei den Verbesserungsbemühungen sind aber durchaus gute Treffer dabei.

Ich lehne mich also entspannt zurück, fotografiere weiter sorglos alles, was mir vor die Linse kommt und warte geduldig auf weitere Fortschritte.

Neues von APE: Dokumenten-Center

APE, die Arachno Process Engine, wird immer mächtiger.

Da in Prozessen oft Dokumente erzeugt, verschoben, ausgefüllt und wieder hochgeladen werden müssen, gibt es nun einen neuen Befehl in APE:

DOCCENTER

Dieser Befehl stellt neben dem Ausfüllen von PDFs das bisher mächtigste Verb der Beschreibungssprache für Prozesse dar.

Hat man innerhalb eines Prozesses Dokumente bereitgestellt kann DOCCENTER jede Menge erledigen.

Zuerst wird z.B. Ihr Kunde per E-Mail über die bereitgestellten Dokumente informiert (E-Mails sind in APE bekanntlich templatebasiert, werden also im gewünschten Design ausgeliefert). Der Kunde erhält dann einen Link zu seinem persönlichem Dokumenten-Center, in dem der seine Dokumente herunterladen (und später auch hochladen) kann.

Ist ein Dokument mit einer Verwendungsbeschreibung wie z.b. „Bitte ausfüllen, unterschreiben und wieder hochladen“ versehen, kümmert sich APE vollständig um den dann notwendigen Ablauf. Der Kunde erhält z.B. täglich (das ist durch den Administrator abschaltbar) eine Erinnerung, dass er noch etwas zu tun hat.

Eine Administratorin erhält eine Mitteilung per E-Mail, wenn ein Dokument hochgeladen wird. Diese E-Mail enthält einen Link zu ihrer Dokumentenübersicht. Hier erhält Sie den vollständigen Überblick über alle Dokumente.

Sie sieht, farblich kodiert, ob noch auf einen Upload gewartet wird.

Sie kann die Dokumente anschauen und Nachbesserungen anfordern (der Kunde erhält dann eine entsprechende Nachricht und APE weiß, dass wieder auf einen Upload gewartet werden muss.

Sie kann ein hochgeladenes Dokument als „Okay“ kennzeichnen. Erst wenn alle Dokumente, die einen Upload erfordern als „Okay“ gekennzeichnet sind, geht es weiter zum nächsten Prozessschritt.

Wer die Nachricht über hochgeladene Dokumente und damit Zugang zur Steuerung aller Dokumente erhält ist konfigurierbar. Genau wie jede einzelne Nachricht, die versendet wird, frei konfigurierbar ist.

Das Dokumenten-Center, dass der Kunde zu sehen bekommt, ist, wie alle Interaktionen mit Dritten, im Design Ihrer Website gehalten ( ein Teil der Einrichtung von APE ist ja die Komplettübernahme Ihres Designs in APE ). Das

So werden Ihrem Kunden Downloads zur Verfügung gestellt. Das Dokument kann angezeigt und heruntergeladen werden. Falls eine Verwendungsbeschreibung konfiguriert ist, wird die Möglichkeit zum Upload angeboten.

Im Bild ist bereits eine hochgeladene Datei zu sehen. Diese kann für eventuelle Korrekturen einfach überschrieben werden.

 

 

 

Das Dokumenten-Center für den Administrator sieht wie folgt aus:

Für jeden Prozess werden alle Dokumente mit Namen des Kunden (hier „Roland Schopp“ ) angezeigt. Die farbliche Markierung erlaubt einen schnellen Überblick über alle Dokumente. Je nach Konfiguration werden, für einen besseren Überblick, nur aktive Dokumente angezeigt. Dokumente von abgeschlossenen Prozessen kommen nicht zur Anzeige.

Damit sollte ein vernünftiger Ablauf bei der Dokumentenverarbeitung mit einem einzigen Befehl („DOCCENTER“) sichergestellt sein.

Patzer im Kundenservice

Kein guter Monat in Sachen Kundenservice. Da ist so einiges schief gegangen:

Hyundai meldet einen Neuwagen mal eben an, bevor dieser geliefert ist (und macht ihn somit auf dem Papier und sehr offiziell einen Monat älter) und gratuliert mir zum nicht vorhandenen Neuwagen. Der in der Gratulation enthaltenen Bitte, eine Bewertung abzugeben, habe ich gerne ausführlich genutzt (Da bei diesem Autokauf so gut wie alles schief ging, brachte diese Glückwunschmail wirklich das Fass zum Überlaufen; hatte aber bisher trotz allerniedrigster Bewertungen keinerlei Effekt). Völlig unverständlich ist, dass man bei jedem 1-Euro Artikel über den Zustand der Auslieferung beliebig oft informiert wird und die Möglichkeit zum Tracking erhält, aber ein Auto, dessen Lieferzeit mit 3-4 Monaten angekündigt war auch innerhalb von 6 Monaten nicht eine einzige Benachrichtigung wert ist.

Genauso gratuliert die Telekom per SMS zum keineswegs vorhandenen neuen Smartphone. Angesichts der angebotenen Tracking-Möglichkeit bei DHL muss man sich fragen, warum es keine Schnittstelle zwischen diesen beiden Konzernen gibt, die erlaubt, einen Glückwunsch erst nach Erhalt des „Geschenkes“ zu versenden. Liebe Marketer, das wirkt auf keinen Fall positiv. Es erzeugt Frust.

Apropos DHL: Das Paket war laut Trackingangaben Freitag um 6:30 Uhr in Obertshausen bei Frankfurt eingetrudelt. Warum das Überwinden einer Strecke von knapp 50 km dann bis Montag morgen dauerte, ist mir ein Rätsel. Ich hatte mich so auf das entspannte Wochenende mit meinem neuen „gadget“ gefreut. War halt nichts. Und das bei den Horrorpreisen, die Post und DHL verlangen.

Zwar schon im Vormonat passiert aber auch zu diesem Beitrag passend. Ich habe mehrere Raspberry Minirechner an Kunden versendet. Beim ersten habe ich den Fehler gemacht auf die Dienste der Deutschen Post zu setzen. 11 Euro irgendwas bezahlt. Paket kommt nach 4 Tagen zurück. Ein Hinweis, warum die Lieferung schief gegangen sein könnte, ist nicht zu finden. Also zu Hermes. Einfach weil laut Webseite eine Tankstelle um die Ecke als Versandstation dient. Und siehe da: Paket kommt an und mit Kosten von 3 Euro irgendwas ist das schon ziemlich beeindruckend. Die Hermes App, mit der man den Paketaufkleber vorbereiten und an der Tankstelle ausdrucken kann, ist auch gut gemacht und einfach zu bedienen. Das Tracking hat auch einwandfrei funktioniert.

Wie immer, möchte ich diese Kritik nicht als Nörgelei verstanden wissen, sondern als Vorschlag für (teilweise dringend notwendige) Verbesserungen.

Ich fürchte „there’s more to come in following month“.

 

Bis dahin.