Einzelhandels-Zombies

Am Wochenende wurden wieder meine schlimmsten Befürchtungen bzgl. des Einzelhandels bestätigt: Im Laden sitzen und auf Kundschaft warten ist kein gutes Rezept gegen die bereits Wirklichkeit gewordene Bedrohung durch das Internet (namentlich Amazon).

Festklammern (das haben wir schon immer so gemacht) an „alte Gebräuche“ hilft auch nicht weiter. Im Mode-Einzelhandel glaubt man scheinbar immer noch an die vier Jahreszeiten. Das jemand im Winter in die Sonne flüchtet (ganz abgesehen vom außerhalb des Ladens immer mehr sichtbaren Klimawandel, der diese Jahreszeiten ganz schön durcheinander wirbelt) ist einfach noch nicht angekommen. Da irrt man dann verzweifelt durch die Gänge auf der Suche nach einer Badehose für den anstehenden Urlaub. Nach einem insgesamt mehr als vierstündigem Ausflug in die Welt der Zombie-Unternehmen (schon tot, aber irgendwie bewegen sie sich noch) geht es dann wieder in die digitale Welt des Überflusses (wieder namentlich Amazon) in der es auch im Dezember reichlich Auswahl an Badehosen gibt.

Und wenn der erste Buchhändler mich beim Einkauf nach meiner E-Mail-Adresse fragt und mir später vorschlägt „Sie haben dieses Buch gekauft, dazu passend empfehle ich Ihnen diese Neuerscheinung“ gewinne ich wieder meinen verlorenen Glauben an den Einzelhandel zurück.


Es gibt noch Hoffnung

Im Laufe der Jahre haben sich bei mir dank der immer besser werdenden Smartphone Kameras tausende von Fotos angesammelt. Aufgrund der schieren Masse habe ich es eigentlich nie richtig begonnen, Ordnung in diese teilweise sehr schönen Erinnerungen zu bringen.

Angesichts der nach und nach sichtbar werdenden Fortschritte bei der intelligenten Bilderkennung und -bearbeitung dachte ich dann irgendwann, dass ich das Thema einfach aussitzen und dem Fortschritt Raum geben müsse. Und tatsächlich werden so langsam Ergebnisse sichtbar. Letzte Woche passierten zwei Dinge, die mir Hoffnung für meine Preziosen geben:

1. Ich weiß nicht, ob sie dies schon länger tut. Aber es ist mir just erst aufgefallen. Möchte man ein etwas schief geratenes Bild in der Foto App „geraderücken“,
macht die App, scheinbar anhand zu detektierender gerade Linien im Bild, selbsttätig einen funktionierenden Vorschlag.

2. In der Google Fotos App pickt ein Assistent Bilder heraus. Er erstellt daraus Animationen, Videos und führt selbständig Verbesserungen mt diversen Filtern und Farbkorrekturen durch.
In den beiden ersten Fällen (Videos und Animationen) sind die Ergebnisse (noch) nicht besonders beeindruckend. Bei den Verbesserungsbemühungen sind aber durchaus gute Treffer dabei.

Ich lehne mich also entspannt zurück, fotografiere weiter sorglos alles, was mir vor die Linse kommt und warte geduldig auf weitere Fortschritte.

Patzer im Kundenservice

Kein guter Monat in Sachen Kundenservice. Da ist so einiges schief gegangen:

Hyundai meldet einen Neuwagen mal eben an, bevor dieser geliefert ist (und macht ihn somit auf dem Papier und sehr offiziell einen Monat älter) und gratuliert mir zum nicht vorhandenen Neuwagen. Der in der Gratulation enthaltenen Bitte, eine Bewertung abzugeben, habe ich gerne ausführlich genutzt (Da bei diesem Autokauf so gut wie alles schief ging, brachte diese Glückwunschmail wirklich das Fass zum Überlaufen; hatte aber bisher trotz allerniedrigster Bewertungen keinerlei Effekt). Völlig unverständlich ist, dass man bei jedem 1-Euro Artikel über den Zustand der Auslieferung beliebig oft informiert wird und die Möglichkeit zum Tracking erhält, aber ein Auto, dessen Lieferzeit mit 3-4 Monaten angekündigt war auch innerhalb von 6 Monaten nicht eine einzige Benachrichtigung wert ist.

Genauso gratuliert die Telekom per SMS zum keineswegs vorhandenen neuen Smartphone. Angesichts der angebotenen Tracking-Möglichkeit bei DHL muss man sich fragen, warum es keine Schnittstelle zwischen diesen beiden Konzernen gibt, die erlaubt, einen Glückwunsch erst nach Erhalt des „Geschenkes“ zu versenden. Liebe Marketer, das wirkt auf keinen Fall positiv. Es erzeugt Frust.

Apropos DHL: Das Paket war laut Trackingangaben Freitag um 6:30 Uhr in Obertshausen bei Frankfurt eingetrudelt. Warum das Überwinden einer Strecke von knapp 50 km dann bis Montag morgen dauerte, ist mir ein Rätsel. Ich hatte mich so auf das entspannte Wochenende mit meinem neuen „gadget“ gefreut. War halt nichts. Und das bei den Horrorpreisen, die Post und DHL verlangen.

Zwar schon im Vormonat passiert aber auch zu diesem Beitrag passend. Ich habe mehrere Raspberry Minirechner an Kunden versendet. Beim ersten habe ich den Fehler gemacht auf die Dienste der Deutschen Post zu setzen. 11 Euro irgendwas bezahlt. Paket kommt nach 4 Tagen zurück. Ein Hinweis, warum die Lieferung schief gegangen sein könnte, ist nicht zu finden. Also zu Hermes. Einfach weil laut Webseite eine Tankstelle um die Ecke als Versandstation dient. Und siehe da: Paket kommt an und mit Kosten von 3 Euro irgendwas ist das schon ziemlich beeindruckend. Die Hermes App, mit der man den Paketaufkleber vorbereiten und an der Tankstelle ausdrucken kann, ist auch gut gemacht und einfach zu bedienen. Das Tracking hat auch einwandfrei funktioniert.

Wie immer, möchte ich diese Kritik nicht als Nörgelei verstanden wissen, sondern als Vorschlag für (teilweise dringend notwendige) Verbesserungen.

Ich fürchte „there’s more to come in following month“.

 

Bis dahin.