Einzelhandels-Zombies

Am Wochenende wurden wieder meine schlimmsten Befürchtungen bzgl. des Einzelhandels bestätigt: Im Laden sitzen und auf Kundschaft warten ist kein gutes Rezept gegen die bereits Wirklichkeit gewordene Bedrohung durch das Internet (namentlich Amazon).

Festklammern (das haben wir schon immer so gemacht) an „alte Gebräuche“ hilft auch nicht weiter. Im Mode-Einzelhandel glaubt man scheinbar immer noch an die vier Jahreszeiten. Das jemand im Winter in die Sonne flüchtet (ganz abgesehen vom außerhalb des Ladens immer mehr sichtbaren Klimawandel, der diese Jahreszeiten ganz schön durcheinander wirbelt) ist einfach noch nicht angekommen. Da irrt man dann verzweifelt durch die Gänge auf der Suche nach einer Badehose für den anstehenden Urlaub. Nach einem insgesamt mehr als vierstündigem Ausflug in die Welt der Zombie-Unternehmen (schon tot, aber irgendwie bewegen sie sich noch) geht es dann wieder in die digitale Welt des Überflusses (wieder namentlich Amazon) in der es auch im Dezember reichlich Auswahl an Badehosen gibt.

Und wenn der erste Buchhändler mich beim Einkauf nach meiner E-Mail-Adresse fragt und mir später vorschlägt „Sie haben dieses Buch gekauft, dazu passend empfehle ich Ihnen diese Neuerscheinung“ gewinne ich wieder meinen verlorenen Glauben an den Einzelhandel zurück.


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